Fake-Warnung „Ihr PC ist gesperrt“? So reagieren Sie richtig, auch nach einem Anruf beim falschen Microsoft-Support
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Das Wichtigste in Kürze
Rufen Sie die Nummer in der Warnung nicht an und beenden Sie den Browser. Haben Sie einem Fremden Fernzugriff gegeben, trennen Sie den PC vom Internet und fahren Sie ihn herunter. Ändern Sie betroffene Passwörter von einem anderen, sauberen Gerät aus und kontaktieren Sie bei möglichen Bankzugriffen sofort Ihre Bank.
- Nur die Warnung gesehen? Browser schließen, das reicht meist.
- Fernzugriff erlaubt? Internet trennen und Passwörter von einem anderen Gerät ändern.
- Bankdaten genannt oder Geld gezahlt? Sofort die Bank anrufen und Anzeige erstatten.
Der Bildschirm ist rot, eine Stimme warnt vor einem Trojaner, und die Meldung behauptet „Ihr PC ist gesperrt“. Angeblich dürfen Sie weder ausschalten noch neu starten, sonst würden Daten gelöscht. Vielleicht haben Sie die angezeigte Nummer schon angerufen und jemand hat auf Ihrem Rechner gearbeitet. Jetzt geht es darum, den Kontakt zu beenden und die nächsten Schritte passend zu Ihrer Situation zu wählen.
Sie müssen sich dafür nicht rechtfertigen. Die Warnungen sollen erschrecken und zu schnellen Entscheidungen drängen. Wenn Sie gerade einem Elternteil oder einer anderen Person helfen, klären Sie ruhig, was tatsächlich passiert ist. Wurde nur die Seite geöffnet, wurden Daten genannt oder konnte jemand den PC fernsteuern? Davon hängt ab, was jetzt nötig ist.
Ist die Warnung „Ihr PC ist gesperrt“ echt?
Fehler- und Warnmeldungen von Microsoft enthalten laut Microsoft niemals Telefonnummern. Eine Browsermeldung, die Sie zum Anruf beim „Microsoft Security Center“ auffordert, ist deshalb ein klares Betrugszeichen. Auch ein Microsoft-Logo, ein nachgebauter blauer Fehlerbildschirm oder ein angeblicher Aktivierungsdialog machen sie nicht echt.
Diese Masche heißt Tech-Support-Betrug, auf Englisch Tech Support Scam. Täter täuschen ein Computerproblem vor, um Geld, Zugangsdaten oder Fernzugriff zu bekommen. Microsoft bietet nach eigenen Angaben keinen technischen Support durch unaufgeforderte Anrufe an.
Bei dieser Browsermasche ist der PC nicht wirklich durch Microsoft gesperrt. Eine Webseite verdeckt die normale Ansicht. Microsoft nennt Vollbildmodus, wiederkehrende Pop-ups, Tonansagen und einen blockierten Task-Manager als typische Merkmale. Die Behauptung „Wir haben einen Trojaner gefunden“ auf der Seite ist kein Nachweis einer Infektion.
Auf solche Seiten gelangen Sie etwa über eine Webseite, eine Werbeanzeige oder einen Link in einer E-Mail, SMS oder Chatnachricht. Dass die Warnung plötzlich auftaucht, heißt allein noch nicht, dass jemand Zugriff auf Ihre Dateien hat. Wenn Sie bereits Software installiert oder Fernzugriff erlaubt haben, sieht die Lage anders aus. Die Grafik zeigt, welcher Abschnitt dann für Sie gilt.
So gehen Sie vor
Prüfen Sie ohne Klick in die Meldung, ob dort eine Telefonnummer und eine dringende Aufforderung zum Anruf stehen. Dann wissen Sie, dass es sich um Betrug handelt.
Überlegen Sie kurz, wie weit es schon gekommen ist. Haben Sie nur die Warnung gesehen, schon telefoniert, Fernzugriff erlaubt oder Geld und Gutscheincodes übermittelt?
Springen Sie zum passenden Abschnitt. Nur die Warnung gesehen heißt Fenster schließen. Nach einem Fernzugriff geht es mit diesen Schritten weiter, denn dann reicht das Schließen des Fensters nicht.
Fake-Warnung schließen, wenn Sie noch nicht angerufen haben
Klicken Sie weder auf angebliche Reparaturknöpfe noch auf Schaltflächen innerhalb der Warnung. Nutzen Sie stattdessen die Tastatur. Die folgenden Tastenkombinationen beziehen sich auf Windows. Versuchen Sie jeweils den nächsten Schritt, wenn die Meldung nicht verschwindet.
Das Ausschalten verbreitet keinen Virus. Diese Drohung gehört zum Betrug. Ein erzwungenes Ausschalten kann allerdings ungespeicherte Änderungen in offenen Dokumenten verlieren lassen. Versuchen Sie deshalb zunächst, nur die Registerkarte oder den Browser zu schließen.
Wenn Sie ausschließlich die Seite gesehen, nichts heruntergeladen oder installiert und keine Daten eingegeben haben, ist meist keine weitere Reparatur nötig. Eine vollständige Überprüfung mit Windows-Sicherheit schadet trotzdem nicht. Hatte vorher jemand Fernzugriff, reicht so ein Scan allerdings nicht aus.
So gehen Sie vor
Drücken Sie Strg+W, um die aktive Registerkarte zu schließen. Ist nur eine Registerkarte offen, kann damit das ganze Browserfenster geschlossen werden.
Bleibt die Warnung sichtbar, drücken Sie Alt+F4. Damit schließen Sie das aktive Fenster. Klicken Sie vorher nicht auf eine Schaltfläche der Warnseite.
Öffnen Sie mit Strg+Umschalt+Esc den Task-Manager. Wählen Sie den Browser aus und klicken Sie auf „Task beenden“. Klappt das nicht, rufen Sie mit Strg+Alt+Entf den Sicherheitsbildschirm von Windows auf und melden sich dort ab.
Reagiert der Rechner weiterhin nicht, halten Sie den Einschaltknopf gedrückt, bis er ausgeht. Schalten Sie ihn anschließend wieder ein. Das ist die Ausweichlösung, wenn sich der Browser nicht anders beenden lässt.
Stellen Sie beim erneuten Öffnen des Browsers die vorherigen Registerkarten nicht wieder her. Sonst kann dieselbe Betrugsseite erneut erscheinen.
Öffnen Sie Windows-Sicherheit und wählen Sie unter „Viren- & Bedrohungsschutz“ die „Scanoptionen“. Starten Sie eine „Vollständige Überprüfung“.
Microsoft ruft an und kennt angeblich Ihre Computer-ID
„Ihre Windows-Lizenz ist abgelaufen“, „Ihr Computer wurde gehackt“ oder „Sie brauchen ein neues Sicherheitszertifikat“ sind typische Geschichten, vor denen die Polizei warnt. Auch angebliche „Testüberweisungen“, mit denen Hacker gefasst werden sollen, gehören dazu. Sie müssen diese Behauptungen nicht am Telefon widerlegen. Legen Sie auf.
Die angezeigte Rufnummer ist kein Echtheitsnachweis. Laut Microsoft fälschen Betrüger sogar echte Support-Nummern. Dass im Telefondisplay eine bekannte Nummer steht, macht den Anruf deshalb nicht vertrauenswürdig.
Eine weitere Täuschung ist die angebliche „Computer-ID“. Die Verbraucherzentrale beschreibt, wie Anrufer den Befehl assoc ausführen lassen und eine bestimmte Zeile abfragen. Die Zeichenfolge, die dabei als Kennung vorgelesen wird, ist auf allen Windows-Systemen gleich. Sie ist keine persönliche Gerätekennung und beweist keine Verbindung zu Microsoft.
Manche Anrufer führen Einträge in der Ereignisanzeige von Windows als angeblichen Beweis vor. Davon sollten Sie sich nicht zu Fernzugriff oder einer Zahlung drängen lassen. Microsoft verlangt nach eigenen Angaben keine Supportzahlung in Kryptowährung oder Geschenkkarten. Drohungen mit einer Computersperre oder dem Löschen Ihrer Daten sind kein Grund, das Gespräch fortzusetzen.
So gehen Sie vor
Beenden Sie den Anruf. Nennen Sie keine Bank-, Kreditkarten- oder Zugangsdaten und führen Sie keine Befehle aus, die Ihnen der Anrufer diktiert.
Installieren Sie während dieses Gesprächs keine Software und geben Sie keinen Fernzugriff frei. Tätigen Sie auch keine angebliche Testüberweisung.
Wenn Sie bereits Daten genannt oder Zugriff erlaubt haben, gehen Sie die Schritte im nächsten Abschnitt durch, am besten mit einem anderen, sauberen Gerät.
Nummer angerufen oder Fernzugriff gegeben, was tun?
Ein Telefonat allein ist nicht dasselbe wie ein Fernzugriff. Haben Sie nur angerufen, aber nichts installiert, keine Befehle ausgeführt und keine vertraulichen Daten genannt, müssen Sie den PC wegen des Gesprächs allein in der Regel nicht zurücksetzen. Schließen Sie die Warnseite und beenden Sie den Kontakt.
Konnte der Fremde den Rechner bedienen, empfiehlt die Polizei, die Internetverbindung zu trennen und den PC herunterzufahren. Nutzen Sie dieses Gerät vorerst nicht mehr für E-Mail, Einkäufe oder Bankgeschäfte. Ändern Sie Passwörter auf einem anderen, sauberen Gerät, nicht auf dem möglicherweise manipulierten PC.
Programme wie AnyDesk oder TeamViewer sind an sich seriöse Fernwartungsprogramme, die Betrüger missbrauchen. Entscheidend ist also nicht der Name des Programms, sondern wem Sie den Zugriff gegeben haben.
Wenn Sie bereits bezahlt haben, warten Sie nicht erst auf das Ergebnis einer Computerprüfung. Bank und Kreditkartenanbieter können prüfen, ob Zahlungen noch zurückgeholt werden können. Das klappt nicht immer. Für bereits weitergegebene Gutscheincodes lässt sich keine Erstattung zusagen.
So gehen Sie vor
Beenden Sie den Kontakt. Schalten Sie bei gewährtem Fernzugriff das WLAN aus und ziehen Sie ein angeschlossenes Netzwerkkabel ab. Fahren Sie den Rechner anschließend herunter.
Ändern Sie von einem anderen, sauberen Gerät aus zuerst das E-Mail-Passwort, danach betroffene Zugänge zu Online-Banking, Microsoft-Konto und Shops. Ändern Sie auch weitere Passwörter, die die Täter möglicherweise sehen oder ausspähen konnten.
Rufen Sie Ihre Bank an, wenn auf dem betroffenen PC Online-Banking genutzt wurde oder Sie Bank- beziehungsweise Kartendaten genannt haben. Verwenden Sie dafür Ihre vertrauten Bankunterlagen, keine Kontaktdaten aus der Warnung.
Lassen Sie betroffene Zahlungszugänge sperren. Der Sperr-Notruf 116 116 ist rund um die Uhr erreichbar, auch an Feiertagen, und sperrt girocard, Kreditkarte und Online-Banking. Aus dem deutschen Festnetz ist der Anruf gebührenfrei, aus dem Mobilnetz können Gebühren anfallen.
Fragen Sie bei bereits gezahlten Beträgen Ihre Bank oder den Kreditkartenanbieter nach einer möglichen Rückholung. Informieren Sie außerdem Zahlungsdienste und Unternehmen, deren Zugangsdaten betroffen sein könnten.
Haben Sie Gutscheincodes weitergegeben, zahlen Sie nichts nach. Die Polizei warnt ausdrücklich vor dieser Zahlungsart. Erstatten Sie Anzeige und halten Sie vorhandene Belege bereit.
Reicht ein Virenscan oder muss der PC neu aufgesetzt werden?
Nach einem Fernzugriff lässt sich nicht sicher sagen, was die Täter installiert oder verändert haben. Ein unauffälliger Virenscan beweist nicht, dass der Rechner wieder vertrauenswürdig ist. Auch das Löschen des Fernwartungsprogramms allein klärt diese Frage nicht.
Microsoft empfiehlt, von den Tätern installierte Apps zu deinstallieren, eine vollständige Überprüfung durchzuführen und Sicherheitsupdates einzuspielen. Außerdem nennt Microsoft das Zurücksetzen als möglicherweise beste Option, auch wenn es Zeit kostet. Die Polizei empfiehlt, den Rechner überprüfen zu lassen und das Fernwartungsprogramm zu löschen.
Beim Zurücksetzen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. „Eigene Dateien beibehalten“ installiert Windows neu und entfernt Apps sowie Einstellungen, lässt persönliche Dateien aber bestehen. „Alles entfernen“ löscht zusätzlich die persönlichen Dateien. Wählen Sie diese Option nicht, bevor wichtige Daten gesichert sind. Wie eine Sicherung aussieht, die auch im Ernstfall trägt, steht in unserem Beitrag zur 3-2-1-Regel. Wenn Sie nicht sicher beurteilen können, welche Vorgehensweise nach dem Zugriff ausreicht, lassen Sie den PC prüfen und sauber neu einrichten.
Der folgende Menüpfad stammt aus Microsofts Anleitung für Windows 11. Ansichten und verfügbare Optionen können je nach Windows-Version und Gerätemodell abweichen. Lassen Sie den betroffenen Rechner bis zur geplanten Prüfung oder Wiederherstellung vom Internet getrennt.
So gehen Sie vor
Planen Sie zuerst die Datensicherung. Sichern Sie wichtige persönliche Dokumente und Fotos vor dem Zurücksetzen. Wenn Sie nicht sicher wissen, wie Sie Dateien vom betroffenen Rechner sichern sollen, lassen Sie sich dabei helfen.
Halten Sie bei einem verschlüsselten Gerät den BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel bereit. Beginnen Sie nicht unvorbereitet mit dem Zurücksetzen, wenn wichtige Dateien noch ausschließlich auf diesem Gerät liegen.
Lassen Sie die installierten Programme prüfen und von den Tätern installierte Apps entfernen. Dazu gehört das für den Betrug eingerichtete Fernwartungsprogramm. Betrachten Sie die Deinstallation nicht als ausreichenden Sicherheitsnachweis.
Öffnen Sie für das Zurücksetzen unter Windows 11 Einstellungen > System > Wiederherstellung > PC zurücksetzen. Lesen Sie die angezeigte Auswahl genau und entscheiden Sie erst nach der Sicherung zwischen „Eigene Dateien beibehalten“ und „Alles entfernen“.
Unterbrechen Sie das laufende Zurücksetzen nicht durch einen manuellen Neustart. Laut Microsoft kann der Bildschirm dabei lange schwarz bleiben, manchmal über 15 Minuten. Das allein bedeutet nicht, dass etwas schiefgelaufen ist.
Installieren Sie nach der Wiederherstellung verfügbare Sicherheitsupdates und führen Sie eine vollständige Überprüfung mit Windows-Sicherheit durch. Prüfen Sie gesicherte persönliche Dateien auf Schadsoftware, bevor Sie diese zurückspielen.
Tech-Support-Betrug bei Polizei und Microsoft melden
Erstatten Sie Anzeige, wenn Sie auf die Masche hereingefallen sind. Nach Angaben der Verbraucherzentrale ist das auch über die Onlinewache Ihres Bundeslandes möglich. Zusätzlich können Sie den Vorfall bei Microsoft melden.
Notieren Sie möglichst nachvollziehbar, was passiert ist. Ein Telefonat ohne Datenweitergabe ist etwas anderes als eine Fernwartungssitzung mit anschließendem Online-Banking. Sie müssen nicht selbst feststellen, welche Straftaten vorliegen oder welche Software im Hintergrund installiert wurde.
Auch wenn Sie rechtzeitig aufgelegt haben, können Sie die angezeigte Nummer der Polizei melden. Weisen Sie darauf hin, dass Rufnummern gefälscht sein können. Die Masche ist laut Verbraucherzentrale seit 2014 bekannt und trifft viele Menschen. Scham sollte Sie nicht davon abhalten, Unterstützung zu holen oder Anzeige zu erstatten.
So gehen Sie vor
Halten Sie den Ablauf fest und sammeln Sie vorhandene Unterlagen. Dazu gehören die angezeigte Telefonnummer, Nachrichten, Zahlungsbelege und bekannte Namen installierter Programme. Lassen Sie den betroffenen PC dafür nicht erneut von den Tätern bedienen.
Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei oder über die Onlinewache Ihres Bundeslandes. Geben Sie an, ob Fernzugriff stattgefunden hat und ob Geld, Kartendaten oder Gutscheincodes übermittelt wurden.
Melden Sie den Vorfall zusätzlich über das Meldeformular von Microsoft. Diese Meldung ersetzt weder die Anzeige noch den Anruf bei Ihrer Bank.
Eltern und Großeltern vor falschem Microsoft-Support schützen
Eine einfache Familienregel hilft mehr als eine lange Liste technischer Begriffe. Wenn jemand unerwartet wegen eines Computerproblems anruft oder eine Warnung eine Telefonnummer zeigt, wird zuerst aufgelegt beziehungsweise der Browser geschlossen. Danach wird eine vorher vereinbarte Vertrauensperson gefragt.
Vereinbaren Sie ausdrücklich, dass man auch nach einem Klick oder einem Gespräch noch Bescheid sagen darf. Vorwürfe erschweren es, den tatsächlichen Ablauf zu klären. Fragen Sie lieber konkret nach. „Konnte jemand die Maus bewegen?“ oder „Haben Sie sich währenddessen bei Ihrer Bank angemeldet?“ helfen mehr als „Was hast du da wieder gemacht?“.
Microsoft Edge blockiert laut Microsoft bekannte Betrugsseiten mit Microsoft Defender SmartScreen. Dieser Schutz ersetzt die gemeinsame Regel nicht. Eine Warnseite oder ein Anruf darf niemals allein der Anlass sein, einem unbekannten Menschen Zugriff zu geben. Dieselbe Regel schützt übrigens auch vor betrügerischen E-Mails, wie wir sie im Ratgeber zu Phishing-Mails beschreiben, und vor dem Code-Betrug bei WhatsApp.
So gehen Sie vor
Legen Sie gemeinsam eine Vertrauensperson fest, die bei solchen Warnungen zuerst kontaktiert wird. Besprechen Sie die Regel in Ruhe, bevor wieder eine dringliche Meldung erscheint.
Erlauben Sie Fernwartung nur durch jemanden, den Sie kennen und selbst über einen vertrauten Kontaktweg angerufen haben. Der Rückruf bei einer Nummer aus der Warnseite erfüllt diese Bedingung nicht.
Beziehen Sie Software nur aus offiziellen Quellen oder dem Microsoft Store. Installieren Sie nichts auf Zuruf eines unbekannten Anrufers.
Halten Sie Windows und den Browser aktuell. Zeigen Sie Angehörigen außerdem einmal am eigenen Rechner, wie sich ein Browser mit Alt+F4 schließen lässt.
Wann Sie lieber Hilfe holen
Holen Sie sich Hilfe, wenn ein Fremder Fernzugriff hatte und Sie den Rechner nicht selbst sicher zurücksetzen können. Das gilt besonders, wenn wichtige Dateien vorher gesichert werden müssen, wenn auf dem PC Online-Banking lief oder wenn geschäftliche Daten und Kundendaten darauf liegen. Bei möglichen Bankzugriffen rufen Sie bitte zuerst die Bank an und warten nicht auf einen Termin bei uns.
In unserer Werkstatt in Frankfurt prüfen wir den Rechner, sichern Ihre Dateien, setzen Windows sauber auf und richten Passwörter und Schutz gemeinsam mit Ihnen ein. Bringen Sie den PC am besten vom Internet getrennt vorbei und schreiben Sie auf, was die Anrufer gesagt und installiert haben. Das hilft uns und später auch der Polizei.
Ehrlich gesagt gibt es eine Grenze. Geld, das schon überwiesen ist, und durchgegebene Gutscheincodes können wir nicht zurückholen. Dafür sind Bank, Zahlungsanbieter und Polizei die richtigen Stellen. Wir kümmern uns darum, dass der Rechner danach wieder vertrauenswürdig ist.
Häufige Fragen
Darf ich den PC einfach ausschalten, wenn die Warnung sagt, dann gehen Daten verloren?
Ja, wenn sich die betrügerische Browserwarnung nicht anders schließen lässt, dürfen Sie den PC ausschalten. Dadurch wird kein Virus verbreitet. Ungespeicherte Änderungen in offenen Dokumenten können allerdings verloren gehen, deshalb versuchen Sie zuerst Strg+W oder Alt+F4.
Ich habe die Nummer nur angerufen, aber nichts installiert. Muss ich etwas tun?
Beenden Sie den Kontakt und schließen Sie die Warnseite. Wenn Sie keine vertraulichen Daten genannt, keine Befehle ausgeführt und keinen Fernzugriff erlaubt haben, ist allein wegen des Telefonats normalerweise kein Zurücksetzen nötig. Haben Sie Passwörter oder Bankdaten genannt, ändern Sie betroffene Zugänge von einem sauberen Gerät aus und kontaktieren Sie gegebenenfalls Ihre Bank.
Reicht ein Virenscan, oder muss der PC neu aufgesetzt werden?
Wenn Sie nur die Warnseite gesehen haben, ist meist kein Neuaufsetzen nötig. Nach einem Fernzugriff beweist ein unauffälliger Scan dagegen nicht, dass der Rechner sicher ist. Zurücksetzen oder sauberes Neuaufsetzen ist dann oft die verlässlichere Vorgehensweise, nach Sicherung wichtiger Dateien.
Der Anrufer kannte meine Computer-ID. Ist es dann doch Microsoft?
Nein. Die Zeichenfolge, die Anrufer mit dem Befehl assoc als angebliche Computer-ID vorlesen lassen, ist laut Verbraucherzentrale auf allen Windows-Systemen gleich. Sie ist keine Kennung Ihres Rechners und kein Beweis für einen echten Microsoft-Anruf.
Ich habe Gutscheincodes oder Geld gezahlt. Bekomme ich das zurück?
Fragen Sie bei Geldzahlungen sofort Ihre Bank oder den Kreditkartenanbieter, ob eine Rückholung möglich ist. Für bereits durchgegebene Gutscheincodes lässt sich keine Erstattung zusagen. Erstatten Sie Anzeige und bewahren Sie vorhandene Belege auf.
Ruft Microsoft wirklich nie von sich aus an?
Microsoft schreibt, dass es nicht unaufgefordert anruft, um technischen Support anzubieten. Nur wenn Sie selbst einen Rückruf angefordert haben, meldet sich Microsoft. Die angezeigte Rufnummer beweist nichts, weil Betrüger echte Support-Nummern fälschen.
Quellen
- Schützen Sie sich vor Betrugsversuchen im Zusammenhang mit dem technischen Support (Microsoft Support)
- Falsche Microsoft-Mitarbeiter am Telefon (Polizeiliche Kriminalprävention)
- Warnung vor Abzocke durch angebliche Microsoft-Mitarbeiter (Verbraucherzentrale)
- Tastenkombinationen in Windows (Microsoft Support)
- Zurücksetzen des PCs (Microsoft Support)
- Der Sperr-Notruf (Sperr-Notruf 116 116 e.V.)
Ihr nächster Schritt
Gehen Sie die Fragen der Reihe nach durch und hören Sie beim ersten Treffer auf.
- Die Warnung ist noch da? Nicht anrufen, mit Strg+W, Alt+F4 oder dem Task-Manager schließen.
- Ein Anrufer ist in der Leitung? Auflegen, nichts installieren, keine Daten nennen.
- Jemand hatte Fernzugriff? Internet trennen, PC herunterfahren, Passwörter von einem anderen Gerät ändern.
- Geld, Kartendaten oder Gutscheincodes sind raus? Bank anrufen oder 116 116 wählen, dann Anzeige erstatten.
- Der PC soll wieder sicher werden? Dateien sichern und Windows zurücksetzen. Wenn Sie dabei Hilfe möchten, melden Sie sich bei uns.


